Die verborgene Grammatik einer Bilderwelt
Wer durch die Prunkräume der Salzburger Residenz eilt, sieht prachtvolle Wände und Decken. Wer bleibt, entdeckt ein Welttheater. So erging es der Autorin und Kulturphilosophin Claudia Pescatore, denn die Gemälde dienen nicht nur einer prachtvollen Inszenierung – sie sind vor allem eine grandiose Konstellation geschichtsträchtiger Erzählungen. Sie ziehen sich wie ein roter Faden durch die Räume und belegen das Selbstverständnis der Fürsterzbischöfe als Erben einer ungeheuren Machtfülle.
Ein Handlungsstrang entfaltet die Weitergabe der Reichsidee: vom Trojanischen über das Römische
Reich bis hin zum weltumspannenden Anspruch der römisch-katholischen Kirche. Die andere Darstellung zeigt die Entstehung des Christentums aus dem geistigen und politischen Austauschraum, den Alexander der Große geschaffen hatte. Erst die Verbindung griechischer Kultur mit persischen und östlichen Traditionen schuf die geistige Sphäre, in der das Christentum entstehen konnte.
Der schmale Museumsführer ist handlich und leicht und bietet als Begleiter in den Prunkräumen eine
frische Perspektive auf alte Machtzusammenhänge.
* Kulturgeschichtlicher Schlüssel zu einem Weltkulturerbe
* Mythos, Macht und Mozart – über 2 500 Jahre Geschichte in 15 Prunkräumen
* In der neuen Reihe „Salisburgensien“
